
Nachschublager
Nahrungsvorräte entlang der Marschroute des Xerxes durch Thrakien und Makedonien, etwa 483–480 v. Chr.
Im Spiel: Level 9: Der Kanal
Bevor Xerxes 480 v. Chr. in Griechenland einfiel, ließen seine Beamten an ausgewählten Punkten der thrakischen Küste und in Makedonien Nahrung für das Heer einlagern. Herodot nennt die Orte. Die Lager ermöglichten es einer sehr großen Streitmacht, durch karges Land zu ziehen, ohne zu hungern, und sie zeigen, wie weit vorausschauend die persische Verwaltung planen konnte.
Im Spiel: Das Nachschublager im Spiel wird von Karren gefüllt, die Gerste aus den Kornspeichern bringen, vier pro Ladung, und seine Vorräte ernähren nur das Heer. Herodot (7.25) berichtet, die Nahrung sei per Schiff aus ganz Asien gekommen; die Versorgung per Karren ist also eine Vereinfachung.

Vorräte entlang der thrakischen Straße
Antiker BerichtHerodot berichtet, dass Xerxes, während der Athos-Kanal gegraben wurde, Vorräte sammeln ließ, damit weder das Heer noch seine Lasttiere auf dem Marsch hungern mussten. Die Orte wurden nach Erkundigungen ausgewählt, und die Nahrung wurde auf Handels- und Transportschiffen aus allen Teilen Asiens herangeschafft. Das größte Lager befand sich bei Leuke Akte in Thrakien, weitere bei Tyrodiza nahe Perinthos, bei Doriskos, bei Eion am Strymon und in Makedonien.
Herodotus 7.25

Das Rationensystem hinter den Lagern
Zeitgenössisch belegtDie Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis, geschrieben zwischen etwa 509 v. Chr. und 493 v. Chr., verzeichnen Gerste, Mehl, Wein und Bier, die Tag für Tag an Arbeiter, Beamte und Reisende mit gesiegelten Vollmachten ausgegeben wurden. Sie zeigen Vorratshäuser, Lieferanten und Rechnungsführer, die in großem Maßstab arbeiteten. Über den Feldzug gegen Griechenland sagen die Täfelchen nichts, doch sie zeigen die Art von Verwaltung, die Nachschublager in Thrakien füllen konnte.
R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969

Städte, die den König ernährten
Antiker BerichtHerodot berichtet, die Städte entlang des Weges hätten zudem das Heer verpflegen und dem König ein Mahl ausrichten müssen, wofür sie monatelang Getreide und Vieh sammelten. Nach seinen Angaben wendete Antipatros von Thasos im Namen der thasischen Städte auf dem Festland 400 Talente Silber für die Verpflegung des Heeres auf. Dazu überliefert er einen Scherz des Megakreon von Abdera, der seinen Leuten riet, den Göttern zu danken, dass Xerxes nur einmal am Tag speiste.
Herodotus 7.118-120

Wie viel Nahrung nötig war
UmstrittenHerodot beziffert die gesamte Streitmacht samt Dienern und Mannschaften auf über fünf Millionen Menschen und errechnet, dass sie bei einer Choinix Weizen pro Kopf täglich mehr als 110.000 Medimnen verzehrte. Historiker verwerfen diese Zahlen als stark übertrieben. Die Grenzen der Versorgung durch Lager und Schiffe sind ein Hauptargument für eine weit kleinere Streitmacht. Viele moderne Schätzungen veranschlagen das Landheer auf etwa 100.000 bis 200.000 Mann, dazu die Mannschaften der Flotte, doch Einigkeit besteht nicht.
Herodotus 7.186-187; P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
Quellen
- Herodotus 7.25
- Herodotus 7.118-120
- Herodotus 7.186-187
- R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002