
Königlicher Garten
Garten mit steinernen Wasserkanälen bei den Palästen von Pasargadae, um 540–530 v. Chr.
Im Spiel: Level 1: Das Grab des Gründers
In Pasargadae legte Kyros der Große wahrscheinlich neben seinen Palästen einen bepflanzten Garten an, bewässert durch schmale, aus Kalkstein gehauene Kanäle. Es ist vermutlich der älteste persische Königsgarten, dessen Grundriss im Gelände erhalten ist. Er verband Palast, Wasser und Bäume zu einem einzigen Schauplatz des Königtums, und griechische Autoren übernahmen später das persische Wort für solche Parks als paradeisos in ihre Sprache.
Im Spiel: Das Spiel behandelt den Garten als Monument, das jedem Haus innerhalb von sechzehn Feldern einen Garten verschafft. Das ist eine Vereinfachung: Der wirkliche Garten war ein königlicher Bereich neben den Palästen, keine öffentliche Annehmlichkeit für die Stadtbewohner.

Kanäle zwischen den Palästen
Zeitgenössisch belegtAusgrabungen in den 1960er-Jahren legten steinerne Wasserkanäle von etwa einem Viertelmeter Breite frei, die um ein rechteckiges Gelände neben dem Wohnpalast verliefen. In Abständen waren kleine quadratische Becken in die Kanäle eingelassen. In zwei Ecken des Gartens standen kleine Pavillons, und die lange Säulenhalle des Palastes blickte auf die Pflanzungen hinaus.
D. Stronach, Pasargadae, 1978

Ein vierteiliger Grundriss oder etwas Größeres
UmstrittenStronach rekonstruierte den Garten als ein Rechteck, das durch Kanäle und Wege in vier Teile geteilt war, und sah darin den Vorläufer des späteren persischen Vierergartens. Eine geophysikalische Untersuchung der Stätte zu Beginn der 2000er-Jahre verfolgte ein ausgedehnteres Kanalnetz über die Ebene. Historiker diskutieren heute, ob die vierteilige Anlage gesichert ist und wie viel des Systems auf Kyros oder auf spätere Arbeiten unter Dareios zurückgeht.
R. Boucharlat and C. Benech, Organisation et aménagement de l'espace à Pasargades, 2002

Der Park um das Grab
Antiker BerichtArrian stützt sich auf Aristobulos, der Pasargadae etwa zwei Jahrhunderte nach Kyros mit Alexander sah. Er berichtet, das Grab des Kyros habe im königlichen Park gestanden, in einem Hain aus vielerlei Bäumen mit fließendem Wasser und hohem Gras. Strabon zeichnet nach derselben Quelle ein ähnliches Bild. Das Grab liegt in einiger Entfernung von den Palästen, daher war dieser Park wohl eine weitläufigere bepflanzte Landschaft und nicht der von Kanälen durchzogene Garten selbst.
Arrian, Anabasis 6.29; Strabo 15.3.7

Das Paradies als königliche Einrichtung
Zeitgenössisch belegtDie Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis aus der Regierungszeit des Dareios nennen Güter, die auf Elamisch partetaš heißen, nach dem altpersischen Wort, das hinter dem griechischen paradeisos steht. Es waren bewirtschaftete königliche Besitzungen, auf denen Bäume, Feldfrüchte und Vorräte gehalten wurden, nicht bloß Lustgärten. Der Garten von Pasargadae fügt sich in dieses größere Bild vom König als Besitzer und Verbesserer des Landes.
P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002; W. Henkelman, The Other Gods Who Are, 2008

Der König, der Bäume pflanzte
Spätere LegendeXenophon erzählt, wie der jüngere Kyros, ein persischer Prinz, dem Spartaner Lysander um 407 v. Chr. seinen Park in Sardes zeigte. Kyros sagte, er habe ihn geplant und teilweise selbst bepflanzt. Xenophon nutzt die Szene als moralische Lehre, dass ein guter Herrscher sich um den Ackerbau kümmert. Sie betrifft einen späteren Kyros und entwirft ein Ideal, kann also den Garten Kyros' des Großen nicht unmittelbar beschreiben.
Xenophon, Oeconomicus 4.20-25
Quellen
- D. Stronach, Pasargadae, 1978
- R. Boucharlat and C. Benech, Organisation et aménagement de l'espace à Pasargades, 2002
- Arrian, Anabasis 6.29
- Strabo 15.3.7
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
- Xenophon, Oeconomicus 4.20-25