
Inschriftenstein
Königsinschriften in Altpersisch, Elamisch und Babylonisch, um 520-480 v. Chr.
Die achämenidischen Könige ließen ihre Worte in Stein meißeln, meist in drei Sprachen und drei Formen der Keilschrift. Diese Texte nannten den König, seine Abstammung, seinen Gott Auramazda und seine Taten. Sie sind die wichtigste erhaltene Stimme der Könige selbst, neben den griechischen Berichten Herodots und anderer.
Im Spiel: Das Spiel führt den Inschriftenstein unter seinen Wohngebäuden und präsentiert ihn als die Worte des Königs in drei Sprachen. Seine Anmerkung, Könige hätten durch Inschriften statt durch Statuen gesprochen, geht zu weit: Aus Susa ist eine Statue des Dareios erhalten.

Drei Schriften auf einem Stein
Zeitgenössisch belegtDareios' lange Inschrift von Behistun wurde auf Altpersisch, Elamisch und Babylonisch gemeißelt, jede Sprache in ihrer eigenen Form der Keilschrift. Seine Gründungsurkunde für den Palast in Susa ist in denselben drei Sprachen erhalten. Elamisch war zudem die Arbeitssprache der Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis, sodass die Wahl wohl die Schreiber widerspiegelte, die der Hof beschäftigte. Xerxes behielt dieses Muster bei, etwa in seiner Inschrift über die Unterdrückung der Daiva.
DB; DSf; XPh

Abschriften in alle Länder gesandt
Zeitgenössisch belegtDer Behistun-Text berichtet, dass der König Abschriften davon in die Länder des Reiches aussandte. Eine babylonische Fassung ist auf einem Steinfragment aus Babylon erhalten. Eine aramäische Fassung wurde fast ein Jahrhundert später in Elephantine auf Papyrus abgeschrieben. Als Abschriften gelangten die Worte des Königs weiter als auf dem Felsen selbst, der hoch über der Straße aufragte.
DB §70; Elephantine papyri

Eine neue Schrift für das Persische
UmstrittenIn Pasargadae nennen kurze Texte in den drei Sprachen Kyros den König, einen Achämeniden. Viele Gelehrte vertreten die Ansicht, die altpersische Keilschrift sei unter Dareios geschaffen worden, und lesen eine Stelle in Behistun als seinen Anspruch auf eine neue Form der Schrift. Nach dieser Auffassung wurden die Kyros-Texte später von Dareios hinzugefügt. Andere halten dagegen, die Schrift habe schon vor ihm existiert; die Frage ist nach wie vor offen.
CMa; DB §70; R. Schmitt, The Bisitun Inscriptions of Darius the Great, 1991

Auch Statuen und Reliefs
Zeitgenössisch belegtPersische Könige verließen sich nicht allein auf Inschriften. Eine Statue des Dareios, in Ägypten gemeißelt und 1972 in Susa gefunden, ist heute kopflos, war aber wohl überlebensgroß. Sie trägt Texte in ägyptischen Hieroglyphen und in den drei Keilschriftsprachen. Könige erschienen auch im Relief an Felswänden und Gräbern, mit Inschriften neben dem Bild, wie in Behistun und Naqsch-e Rostam.
Susa statue of Darius (DSab); DNa; A. Kuhrt, The Persian Empire, 2007

Säulen am Bosporus
Antiker BerichtHerodot berichtet, Dareios habe beim Übergang nach Europa um 513 v. Chr. am Bosporus zwei Säulen aus weißem Stein errichten lassen. Sie verzeichneten die Völker seines Heeres, die eine in assyrischer, die andere in griechischer Schrift. Herodot erwähnt außerdem eine Säule an den Quellen des Tearos in Thrakien, die den Fluss und den König pries. Keiner dieser Steine wurde gefunden, doch persische Gepflogenheiten andernorts machen die Geschichte glaubhaft.
Herodotus 4.87; Herodotus 4.91
Quellen
- Darius, Behistun inscription (DB)
- Darius, Susa foundation charter (DSf)
- Herodotus 4.87, 4.91
- R. Schmitt, The Bisitun Inscriptions of Darius the Great: Old Persian Text, 1991
- A. Kuhrt, The Persian Empire: A Corpus of Sources from the Achaemenid Period, 2007
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002