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Zypressenallee

Zypressenallee

Nadelbaumreihen in achämenidischer Kunst und Gärten, Persepolis und Pasargadae, 530-480 v. Chr.

Hohe, schmale immergrüne Bäume, meist als Zypressen gedeutet, erscheinen in Reihen an den reliefgeschmückten Treppen von Persepolis, wo sie die Prozessionen der unterworfenen Völker voneinander trennen. Die Perser legten auch ihre Gärten in geraden Linien entlang von Wasserkanälen an. Die Baumreihen auf den Reliefs sind wohl das deutlichste erhaltene Bild davon, wie geordnete Pflanzungen in den Augen des Hofes aussahen.

Im Spiel: Das Spiel führt die Zypressenallee unter seinen Wohngebäuden, als Reihe hoher, dunkler Bäume nach dem Vorbild jener zwischen den Figuren auf den Treppenreliefs des Apadana. Dass die gemeißelten Bäume Zypressen sind, ist eine wahrscheinliche Deutung, keine Gewissheit.

Zypressenallee: Bäume an den Treppen des Apadana

Bäume an den Treppen des Apadana

Zeitgenössisch belegt

Die Treppen des Apadana in Persepolis, vermutlich unter Dareios und Xerxes gemeißelt, zeigen Gesandtschaften aus den Ländern des Reiches, die dem König Gaben bringen. Hohe, schlanke Nadelbäume stehen zwischen den Gruppen und trennen eine Gesandtschaft von der nächsten. Ähnliche Bäume kehren an anderen Stellen der Treppenfassaden wieder. Das Oriental Institute in Chicago legte die Reliefs in den 1930er-Jahren frei, zunächst unter Ernst Herzfeld, dann unter Erich Schmidt, der sie veröffentlichte.

E. F. Schmidt, Persepolis I, 1953

Zypressenallee: In Linien angelegte Gärten

In Linien angelegte Gärten

Zeitgenössisch belegt

In Pasargadae grub David Stronach die steinernen Wasserkanäle des Gartens des Kyros aus. In Abständen sind kleine Becken in sie eingefügt, und sie rahmen rechteckige Beete neben den Palastbauten. Die Pflanzen selbst sind nicht erhalten, daher ist unbekannt, welche Bäume an den Kanälen wuchsen. Elamische Tafeln aus dem Festungsarchiv von Persepolis verwenden partetaš für königliche Güter, ein Lehnwort aus dem altpersischen Wort, auf das auch das griechische paradeisos zurückgeht.

D. Stronach, Pasargadae, 1978; W. Henkelman, The Other Gods Who Are, 2008

Zypressenallee: Xenophons gerade Reihen

Xenophons gerade Reihen

Xenophon erzählt, wie der Spartaner Lysander gegen Ende des 5. Jahrhunderts den jüngeren Kyros in Sardes besuchte. Lysander bewunderte den Park, weil seine Bäume in geraden Reihen und regelmäßigen Winkeln standen, und Kyros sagte, er habe ihn selbst vermessen und einige Bäume eigenhändig gepflanzt. Die Geschichte stammt aus der Zeit nach der Epoche des Spiels und nennt die Bäume nicht, zeigt aber, dass geordnete Reihen ein Kennzeichen eines persischen Königsgartens waren.

Xenophon, Oeconomicus 4.20-25

Zypressenallee: Welcher Baum, und was er bedeutete

Welcher Baum, und was er bedeutete

Umstritten

Die gemeißelten Bäume sind stilisiert. Meist hält man sie für die Mittelmeer-Zypresse, die in der Region wächst, doch manche denken eher an einen allgemeinen Nadelbaum oder an eine Kiefer. Kein achämenidischer Text erklärt sie. Einige moderne Autoren deuten sie als Sinnbilder immergrünen Lebens oder des königlichen Gartens, andere sehen in ihnen vor allem ein Gestaltungsmittel, das die langen Prozessionen in Abschnitte gliedert.

M. C. Root, The King and Kingship in Achaemenid Art, 1979

Zypressenallee: Die Zypresse von Kaschmar

Die Zypresse von Kaschmar

Spätere Legende

Erst viel spätere persische Überlieferung machte die Zypresse zum heiligen Baum. Firdausis Schahname, um 1010 n. Chr. vollendet, berichtet, Zarathustra habe in Kaschmar eine Zypresse gepflanzt, und spätere Autoren behaupteten, ein Kalif habe sie fällen lassen. Diese Geschichten wurden weit über tausend Jahre nach Dareios aufgezeichnet und sagen nichts Verlässliches über achämenidische Pflanzungen aus.

Ferdowsi, Shahnameh

Quellen

  • E. F. Schmidt, Persepolis I, 1953
  • D. Stronach, Pasargadae, 1978
  • Xenophon, Oeconomicus 4.20-25
  • M. C. Root, The King and Kingship in Achaemenid Art, 1979
  • W. Henkelman, The Other Gods Who Are, 2008
  • P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002