
Der Hazarapatish
Persischer „Befehlshaber der Tausend“, Gardeoffizier und Hofbeamter, Achämenidenzeit
Der Hazarapatish, bei den Griechen Chiliarch genannt, war der „Befehlshaber der Tausend“. Der Titel entstand wohl in der dezimalen Rangordnung des persischen Heeres und wurde später mit der Leibwache des Königs und seinen Audienzen verbunden. Wie mächtig das Amt war und wann es zu einem hohen Hofamt wurde, ist bis heute umstritten, da die meisten Belege von griechischen Autoren stammen.
Im Spiel: Das Spiel macht den Hazarapatish zu einer Befehlshabereinheit auf dem Schlachtfeld. Die wörtliche Bedeutung stimmt, doch die bekanntesten Amtsträger erscheinen in griechischen Quellen als Hofbeamte, die den Zugang zum König regelten, nicht als Feldherren.

Ein Rang in einem dezimal gegliederten Heer
Antiker BerichtHerodot beschreibt das Heer des Xerxes im Jahr 480 v. Chr. als gegliedert in Zehner-, Hunderter-, Tausender- und Zehntausendereinheiten, jede mit eigenem Befehlshaber. Auf Griechisch hieß der Befehlshaber über tausend Mann Chiliarch. Die moderne Forschung sieht darin die Wiedergabe eines altpersischen Titels, rekonstruiert als hazarapatish, „Herr über tausend“.
Herodotus 7.81

Die Tausend an der Seite des Königs
Antiker BerichtHerodot berichtet, Xerxes sei auf dem Marsch von tausend ausgewählten persischen Speerträgern und tausend ausgewählten Reitern begleitet worden. Er fügt hinzu, einige Gardeeinheiten hätten Speere getragen, die in goldenen Granatäpfeln endeten, und die Männer, die dem König am nächsten standen, goldene Äpfel. Viele Historiker vermuten, dass der Befehlshaber einer solchen Elitetausendschaft zum Offizier wurde, der der Person des Königs am nächsten stand.
Herodotus 7.40-41

Hüter der königlichen Audienz
Antiker BerichtPlutarch erzählt, wie Themistokles, als er um 465 v. Chr. an den persischen Hof kam, zuerst vom Chiliarchen Artabanos empfangen wurde, der ihm erklärte, Besucher müssten sich vor dem König verneigen. Cornelius Nepos berichtet, der Chiliarch Tithraustes habe Konon gesagt, er müsse sich auf dieselbe Weise verneigen, weshalb Konon es vorzog, mit dem König brieflich zu verkehren. Beide Autoren lebten Jahrhunderte nach den Ereignissen, die sie schildern.
Plutarch, Themistocles 27; Nepos, Conon 3

Die Audienzreliefs von Parsa
Zeitgenössisch belegtReliefs aus dem Schatzhaus von Persepolis zeigen den thronenden König, der einen Würdenträger in medischer Tracht empfängt; dieser hebt grüßend die Hand zum Mund, während hinter ihm Wachen stehen. Die Szene zeigt, wie eine königliche Audienz inszeniert wurde. Manche Forscher sehen in dem Würdenträger den Hazarapatish, doch keine Inschrift nennt ihn, und die Deutung ist umstritten.
E. Schmidt, Persepolis I, 1953

Hauptmann der Garde oder Großwesir
UmstrittenKeine altpersische Königsinschrift nennt das Amt, daher werden seine Befugnisse weitgehend aus griechischen Texten rekonstruiert. Diodor nennt Artabanos, der 465 v. Chr. Xerxes tötete, Befehlshaber der königlichen Leibwache. Später sagt er, die persischen Könige hätten den Posten des Chiliarchen zuerst zu einer Ehrenstellung gemacht, und Alexander habe ihn Hephaistion verliehen. Manche Historiker sehen darin einen obersten Minister; andere, darunter Briant, meinen, griechische Autoren hätten ein Wach- und Protokollamt überhöht.
Diodorus 11.69, 18.48; P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
Quellen
- Herodotus 7.40-41, 7.81
- Plutarch, Themistocles 27
- Cornelius Nepos, Conon 3
- Diodorus 11.69, 18.48
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
- E. Schmidt, Persepolis I, 1953