
Die Königsstraße
Königliche Fernstraße und Botenweg von Sardes nach Susa, um 500 v. Chr.
Die Königsstraße war der Weg des Königs von Sardes in Lydien nach Susa in Elam, den Herodot mit 111 Stationen und etwa neunzig Tagesmärschen beschreibt. Sie war die bekannteste Linie in einem umfassenderen Netz bewachter Straßen, Raststationen und Rationslager, über das Beamte, Truppen und königliche Botschaften im Auftrag des Königs das Reich durchqueren konnten.
Im Spiel: Die Chroniknotiz des Spiels zur Reise von Sardes nach Susa folgt Herodot: 111 Stationen, rund neunzig Tage zu Fuß, königliche Boten, die in Stafetten ritten, sowie Tore und eine Festung am Übergang über den Halys.

Die Straße, wie Herodot sie beschreibt
Antiker BerichtHerodot berichtet, die Straße habe von Sardes durch Lydien, Phrygien, Kappadokien, Kilikien, Armenien, Matiene und Kissien nach Susa geführt, mit 111 Stationen, an denen Reisende einkehren konnten. Er zählt 450 Parasangen zu je 30 Stadien, was bei 150 Stadien am Tag neunzig Tage Fußmarsch ergibt, und rechnet drei Tage von Ephesos nach Sardes hinzu. Am Übergang über den Halys standen Tore und ein starker Wachposten, weitere an der kilikischen Grenze und in Armenien.
Herodotus 5.52-54

Boten im Stafettendienst
Antiker BerichtHerodot berichtet, entlang des Weges seien Männer und Pferde aufgestellt gewesen, je ein Mann und ein Pferd für jede Tagesetappe, und jeder Reiter habe die Botschaft bei jedem Wetter an den nächsten weitergegeben. Er schreibt, die Perser hätten diesen Dienst angareion genannt, und nichts Sterbliches sei schneller unterwegs gewesen. Er vergleicht ihn mit dem griechischen Fackellauf, bei dem eine Flamme von Läufer zu Läufer weitergereicht wurde.
Herodotus 8.98

Rationen und gesiegelte Reisepapiere
Zeitgenössisch belegtDie Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis, größtenteils auf Elamisch um 509–493 v. Chr. verfasst, verzeichnen Rationen an Mehl, Wein und Bier, die an Stationen an Reisende ausgegeben wurden. Die Reisegruppen führten eine gesiegelte Vollmacht des Königs oder eines hohen Beamten mit sich, und ihre Reisen verbanden Persepolis und Susa mit Sardes, Arachosien, Indien und Ägypten. Ein späterer aramäischer Brief des Satrapen Arshama zeigt, dass dasselbe System gesiegelter Rationsanweisungen noch im späten 5. Jahrhundert in Gebrauch war.
R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969; Arshama letters (TAD A6.9)

Wo genau die Straße verlief
UmstrittenHerodots Liste der Regionen lässt sich nur schwer auf eine Karte übertragen, und die Historiker sind uneins über den Verlauf durch Anatolien. Manche ziehen die Linie quer durch Zentralanatolien, andere weiter südlich in der Nähe Kilikiens. Auch der Verlauf der Straße östlich des Euphrat und die Frage, ob sie bei Arbela vorbeiführte, sind umstritten. Heute sehen die meisten darin ein Netz instand gehaltener Routen mit Stationen statt einer einzigen gepflasterten Fernstraße.
D. F. Graf, The Persian Royal Road System, 1994; P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002

Kyros und der Tag des Pferdes
Spätere LegendeXenophon berichtet, Kyros habe das Stafettensystem begründet, nachdem er ermittelt hatte, wie weit ein Pferd an einem Tag reiten kann, und in diesem Abstand Stationen mit Pferden und Pferdeknechten eingerichtet. Die Kyropädie ist ein idealisiertes Bild des Kyros, mehr als ein Jahrhundert später verfasst, daher lässt sich diese Zuschreibung nicht überprüfen. Die erhaltenen Aufzeichnungen über das System stammen aus der Regierungszeit des Dareios.
Xenophon, Cyropaedia 8.6
Quellen
- Herodotus 5.52-54
- Herodotus 8.98
- R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969
- D. F. Graf, The Persian Royal Road System, 1994
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
- Xenophon, Cyropaedia 8.6