
Die Boten des Königs
Königliche Boten und die Relaisstationen der achämenidischen Straßen, etwa 530–479 v. Chr.
Die persischen Könige herrschten über Länder von der Ägäis bis zum Indus und waren auf Boten angewiesen, die gesiegelte Befehle und Berichte über bewachte Straßen trugen. Herodot bewunderte die Schnelligkeit der berittenen Stafette, die die Perser seinen Worten nach angareion nannten. Die Täfelchen von Persepolis zeigen die nüchterne Seite des Systems: Rationen, Reisedokumente und Beamte unterwegs.
Im Spiel: Das Spiel zeigt die Kuriere anhand der Poststation, der Königsstraße und des angaros-Systems. Historisch versorgten die Stationen alle Reisenden, die gesiegelte Ermächtigungen mit sich führten, und die Straße nach Sardes war nur eine Route unter vielen.

Eine Stafette berittener Boten
Antiker BerichtHerodot beschreibt, wie die Nachricht von Salamis im Jahr 480 v. Chr. von Griechenland nach Persien gesandt wurde. Männer und Pferde waren entlang der Straße im Abstand einer Tagesreise aufgestellt, und jeder Reiter übergab die Botschaft dem nächsten, so wie griechische Fackelläufer eine Fackel weiterreichten. Er sagt, weder Schnee noch Regen, weder Hitze noch Dunkelheit hätten sie aufgehalten, und die Perser hätten diese Stafette angareion genannt. Das griechische Wort angaros für einen solchen Kurier geht wohl auf einen altorientalischen oder iranischen Begriff zurück.
Herodotus 8.98

Stationen entlang der Straße
Antiker BerichtHerodot beschreibt die Straße von Sardes nach Susa als gesäumt von königlichen Stationen und guten Herbergen, mit bewachten Übergängen an Flüssen und Pässen. Er zählt 111 Stationen und veranschlagt die Reise auf etwa neunzig Tage für einen Reisenden, der 150 Stadien am Tag zurücklegt. Seine Zahlen beschreiben gewöhnliches Reisen, nicht die Geschwindigkeit königlicher Botschaften.
Herodotus 5.52-54

Was die Persepolis-Tafeln zeigen
Zeitgenössisch belegtDie Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis, überwiegend auf Elamisch zwischen etwa 509 v. Chr. und 493 v. Chr. abgefasst, verzeichnen Rationen, die an Stationen in der Persis und in Elam an Reisende ausgegeben wurden. Viele Reisende trugen ein gesiegeltes Schreiben des Königs, eines Satrapen oder eines hohen Beamten bei sich, das ihre Reise und Verpflegung genehmigte. Unter ihnen nennen die Täfelchen Eilboten, auf Elamisch pirradaziš genannt.
R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969

Geschwindigkeit, Route und Zweck
UmstrittenHistoriker streiten darüber, wie schnell königliche Botschaften tatsächlich unterwegs waren. Moderne Schätzungen für eine Stafette von Sardes nach Susa reichen von etwa einer bis zwei Wochen – gegenüber Herodots neunzig Tagen gewöhnlicher Reise. Auch der genaue Verlauf seiner Königsstraße, durch Kappadokien oder durch Kilikien, ist umstritten. Ferner diskutiert die Forschung, ob die Eilboten einen eigenen Dienst bildeten oder lediglich die schnellsten Nutzer des allgemeinen Stationensystems waren.
P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002

Kyros als Erfinder der Post
Spätere LegendeXenophon schreibt Kyros die Erfindung des Stafettensystems zu. Nach seiner Darstellung ermittelte Kyros, wie weit ein Pferd an einem Tag kommen konnte, und errichtete in diesem Abstand Stationen mit Männern, die frische Pferde bereithielten. Die Kyrupädie ist das idealisierte Bild eines vorbildlichen Herrschers; diese Geschichte zeigt also eher, wie sich Griechen die persische Ordnung vorstellten, als dass sie festhält, wer das System begründete.
Xenophon, Cyropaedia 8.6.17-18
Quellen
- Herodotus 8.98
- Herodotus 5.52-54
- R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
- A. Kuhrt, The Persian Empire, 2007
- Xenophon, Cyropaedia 8.6.17-18