Enzyklopädie › Soldaten und Schiffe

Persischer Reiter
Berittene Krieger im Heer des achämenidischen Königs, 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr.
Die persischen Reiter bildeten die berittene Truppe des königlichen Heeres, ausgehoben aus dem persischen Adel und aus Männern, die Land gegen Kriegsdienst hielten. Sie kämpften vor allem mit Bogen und Wurfspeer, ritten nahe heran, um zu schießen, und zogen sich zurück, bevor die Infanterie sie erreichen konnte. Bei Plataiai setzten sie 479 v. Chr. dem griechischen Heer tagelang schwer zu.
Im Spiel: Im Spiel sind persische Reiter schnelle Kämpfer zu Pferd, die Bogenschützen und Plünderer niederreiten und Speerträgern unterliegen. Das vereinfacht die Geschichte: Viele persische Reiter waren berittene Bogenschützen und Speerwerfer, die Fußtruppen aus der Ferne bedrängten.

Stark zu Fuß und zu Pferd
Zeitgenössisch belegtAuf seinem Grab in Naqsch-e Rostam ließ Dareios schreiben, er sei ein guter Reiter sowie ein guter Bogenschütze und Speerkämpfer, zu Fuß wie zu Pferd. Reiten und Schießen waren die Fertigkeiten, mit denen ein persischer Adliger seinen Wert bewies. Die Täfelchen aus dem Festungsarchiv von Persepolis verzeichnen Getreide, das als Futter für Pferde ausgegeben wurde, auch für die von Reisenden auf den königlichen Straßen.
DNb; Persepolis Fortification tablets

Land, das ein Pferd schuldete
Zeitgenössisch belegtBabylonische Geschäftsarchive, vor allem die Muraschu-Texte, verzeichnen neben Bogenland und Wagenland auch sogenanntes Pferdeland. Gruppen von Inhabern erhielten solches Land und schuldeten dafür Kriegsdienst oder zahlten stattdessen Silber. Diese Texte stammen aus dem späteren 5. Jahrhundert, nach 479 v. Chr., zeigen aber, wie das Reich seine Soldaten unterhielt, darunter auch Reiter.
Murashu archive; M. Stolper, Entrepreneurs and Empire, 1985

Herodot über Ausbildung und Bewaffnung
Antiker BerichtHerodot berichtet, persische Knaben seien vom fünften bis zum zwanzigsten Lebensjahr in drei Dingen unterwiesen worden: im Reiten, im Bogenschießen und darin, die Wahrheit zu sagen. In seiner Aufzählung des Heeres des Xerxes heißt es, die persische Reiterei habe dieselben Waffen geführt wie das Fußvolk – Bogen, kurzen Speer und Dolch –, manche hätten jedoch Helme aus getriebener Bronze oder Eisen getragen.
Herodotus 1.136; 7.84

Die Reiterei bei Plataiai
Antiker BerichtHerodot berichtet, die Reiter unter Masistios hätten die Griechen in Wellen angegriffen, bis Masistios fiel. Danach setzte die Reiterei ihre Angriffe fort und schoss vom Pferd aus Pfeile und Wurfspeere, sodass die Griechen nicht an sie herankamen. Zudem verunreinigte sie die Gargaphia-Quelle, aus der das griechische Heer trank.
Herodotus 9.20-25; 9.49

Die fehlende Reiterei bei Marathon
UmstrittenHerodot berichtet, Hippias habe die Perser nach Marathon geführt, weil das Gelände der Reiterei günstig war, doch in seinem Bericht über die Schlacht spielt die Reiterei keine Rolle. Manche Historiker vermuten, die Pferde seien wieder eingeschifft oder anderswohin geschickt worden, und die Suda, ein byzantinisches Lexikon, verbindet die Wendung „die Reiter sind fort“ mit Marathon. Andere meinen, es seien überhaupt nur wenige Pferde angelandet worden. Keine Quelle entscheidet die Frage.
Herodotus 6.102; 6.112; Suda

Xenophons Kyros lehrt die Perser reiten
Spätere LegendeXenophon schrieb seine Erziehung des Kyros im 4. Jahrhundert v. Chr. als moralische Erzählung über das Königtum, nicht als Geschichtswerk. Darin überredet Kyros die Perser, die bis dahin zu Fuß gekämpft hatten, Reiter zu werden, und macht es für einen Perser von Rang zur Schande, zu Fuß gesehen zu werden. Die Geschichte passt besser zu griechischen Vorstellungen von Persien als zu den Zeugnissen über die Herrschaft des Kyros.
Xenophon, Cyropaedia 4.3
Quellen
- Herodotus, Histories 1.136, 6.102, 6.112, 7.84, 9.20-25, 9.49
- DNb (Darius's tomb inscription, Naqsh-e Rostam)
- R. T. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969
- M. Stolper, Entrepreneurs and Empire, 1985
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
- Xenophon, Cyropaedia 4.3