
Herolde
Gesandte, die die Forderung des Königs nach Erde und Wasser überbrachten, etwa 513-480 v. Chr.
Herolde waren Gesandte, die die Botschaft eines Herrschers überbrachten und eine Antwort zurückbrachten. Griechische Autoren beschreiben, wie persische Könige sie zu Städten und Völkern schickten, um Erde und Wasser zu fordern, ein Zeichen der Unterwerfung unter den König. Wie man sie empfing – von bereitwilliger Ergebung bis zum Mord –, prägte die Kriege zwischen Persien und den Griechen.
Im Spiel: Das Spiel zeigt Herolde als Gesandte des Königs, die Erde und Wasser fordern. Dies folgt Herodot; keine persische Inschrift und kein Täfelchen erwähnt das Ritual von Erde und Wasser, das Bild des Spiels beruht also auf griechischen Berichten.

Ein heiliger Bote
Antiker BerichtBei den Griechen galt ein Herold (keryx) als unter göttlichem Schutz stehend, und wer ihm Leid zufügte, frevelte gegen die Götter. Herodot berichtet, dass das Amt in Sparta in einer Familie erblich war, den Talthybiaden, die ihre Abstammung auf Talthybios, den Herold Agamemnons, zurückführten. Herodot verwendet dasselbe Wort für die Männer, die die persischen Könige aussandten, und so färbt die griechische Vorstellung vom unverletzlichen Gesandten seine Erzählungen über persische Herolde.
Herodotus 7.134

Was Erde und Wasser bedeuteten
UmstrittenFür Herodot ist die Gabe von Erde und Wasser ein Zeichen dafür, dass ein Volk den König als Oberherrn anerkannte. Über ihre genaue Bedeutung streiten Historiker bis heute: Manche sehen darin eine schlichte Übergabe von Land und Wasser, andere eine förmliche Vereinbarung, die beide Seiten band. Herodot zufolge gaben athenische Gesandte um 507 v. Chr. in Sardes dem Artaphernes Erde und Wasser und wurden dafür in der Heimat getadelt – ein Hinweis darauf, dass die Athener womöglich nicht begriffen hatten, wozu sie sich damit verpflichteten.
Herodotus 5.73; A. Kuhrt, Earth and Water, 1988

Herolde nach Griechenland
Antiker BerichtHerodot berichtet, Dareios habe wahrscheinlich 491 v. Chr. Herolde durch Griechenland geschickt, um Erde und Wasser zu fordern. Viele Griechen des Festlands hätten sie gegeben, ebenso alle Inselbewohner, zu denen die Herolde gelangten, darunter Ägina. 481 v. Chr. schickte Xerxes Herolde zu allen griechischen Staaten außer Athen und Sparta. Herodot erklärt, die Athener hätten die Herolde des Dareios in eine Grube geworfen, die Spartaner in einen Brunnen, und ihnen gesagt, sie sollten sich dort Erde und Wasser holen.
Herodotus 6.48-49; Herodotus 7.32; Herodotus 7.133

Unterwegs im Dienst des Königs
Zeitgenössisch belegtDie Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis zeigen, wie amtliche Reisende sich durch das Reich bewegten. Gesandte, Boten und ihre Begleiter führten gesiegelte Vollmachten mit sich und erhielten an Stationen entlang der Straßen Rationen von Mehl, Bier oder Wein. Die Täfelchen verzeichnen solche Reisen in ferne Provinzen und zurück, sagen aber nichts über Erde und Wasser, sodass die persische Seite der Arbeit der Herolde nur in Umrissen bekannt ist.
R. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969

Sperthias und Bulis
Spätere LegendeHerodot berichtet, nach der Tötung der Herolde des Dareios habe der Zorn des Talthybios die Spartaner getroffen. Zwei Bürger, Sperthias und Bulis, erboten sich, zur Sühne am persischen Hof zu sterben, doch Xerxes weigerte sich, das Verbrechen zu wiederholen, das er Sparta vorwarf. Thukydides nennt Aneristos und Nikolaos unter den spartanischen Gesandten, die 430 v. Chr. hingerichtet wurden; Herodot bezeichnet sie als deren Söhne. Die Männer haben wohl gelebt, doch der göttliche Zorn und die Antwort des Königs gehören zu einer moralischen Erzählung.
Herodotus 7.134-137; Thucydides 2.67
Quellen
- Herodotus 6.48-49; 7.32; 7.131-137
- Herodotus 5.73
- A. Kuhrt, Earth and Water, 1988
- R. Hallock, Persepolis Fortification Tablets, 1969
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
- Thucydides 2.67