
Die Argeier
Bürger von Argos auf der Peloponnes, Rivalen Spartas, 480 v. Chr. neutral
Im Spiel: Level 10: Die Heißen Tore
Die Argeier waren das Volk von Argos, einer alten und mächtigen Stadt auf der nordöstlichen Peloponnes und dort Spartas wichtigster Rivalin. Geschwächt durch eine schwere Niederlage gegen Sparta um 494 v. Chr., weigerten sie sich 480 v. Chr., dem griechischen Bündnis gegen Xerxes beizutreten. Griechische Autoren verdächtigten sie der Freundschaft mit Persien, und Herodot berichtet von persischen Bemühungen, sie aus dem Krieg herauszuhalten.
Im Spiel: Das Spiel macht Argos zum Handelspartner. Seine Neutralität im Jahr 480 v. Chr. ist historisch, doch keine Quelle nennt Argos als persischen Handelspartner; die Handelsrolle ist eine Vereinfachung des Spiels.

Ein Rivale Spartas
Antiker BerichtArgos stritt lange mit Sparta um die Führung auf der Peloponnes. Herodot berichtet von einem Kampf zwischen je dreihundert Vorkämpfern beider Seiten um das Grenzland Thyrea zur Zeit des Kroisos, der damit endete, dass Sparta den Landstrich beherrschte. Um 494 v. Chr. besiegte der spartanische König Kleomenes die Argiver bei Sepeia und verbrannte viele, die in einen heiligen Hain geflohen waren. Herodot beziffert die Toten der Argiver auf sechstausend.
Herodotus 1.82; 6.76-80; 7.148

Neutral im Jahr 480 v. Chr.
Antiker BerichtGesandte der verbündeten Griechen baten Argos, sich dem Kampf gegen Xerxes anzuschließen. Nach eigener Darstellung der Argiver, wie Herodot sie wiedergibt, hatte Delphi ihnen geraten, sich herauszuhalten, doch sie stellten dennoch zwei Bedingungen: einen dreißigjährigen Waffenstillstand mit Sparta und einen gleichen Anteil am Oberbefehl. Sparta bot dem argivischen König nur eine Stimme neben seinen eigenen beiden Königen an, und die Argiver lehnten ab. Argos schickte keine Truppen zu den Thermopylen, nach Salamis oder nach Plataiai.
Herodotus 7.148-149

Verwandtschaft mit Persien und der Verdacht des Medismos
UmstrittenHerodot gibt eine abweichende Fassung wieder, nach der Xerxes einen Herold sandte, der behauptete, die Perser stammten von Perses ab, dem Sohn des argivischen Heros Perseus, und Argos bat, sich herauszuhalten. Er erwähnt auch argivische Gesandte, die Jahre später in Susa Artaxerxes fragten, ob ihre Freundschaft mit Xerxes noch gelte. Herodot sagt, er müsse berichten, was erzählt werde, sei aber nicht verpflichtet, es zu glauben, und Historiker streiten bis heute darüber, wie weit Argos tatsächlich mit Persien verhandelte.
Herodotus 7.150-152

Eine Botschaft an Mardonios
Antiker BerichtIm Jahr 479 v. Chr., so berichtet Herodot, hatten die Argiver Mardonios versprochen, das spartanische Heer am Verlassen der Peloponnes zu hindern. Als die Spartaner dennoch ausrückten, schickten die Argiver ihren schnellsten Läufer nach Attika, um ihm mitzuteilen, dass sie es nicht verhindern konnten. Daraufhin zog sich Mardonios von Athen nach Böotien zurück, wo die Schlacht von Plataiai geschlagen wurde.
Herodotus 9.12-13

Fehlt auf dem Denkmal der Sieger
Zeitgenössisch belegtDie bronzene Schlangensäule wurde nach Plataiai in Delphi geweiht und steht heute in Istanbul. Sie verzeichnet die griechischen Gemeinwesen, die gegen die Perser kämpften. Argos erscheint nicht darauf, wohl aber seine kleinen Nachbarn Mykene und Tiryns. Die Inschrift bestätigt aus der Zeit selbst, was Herodot über die Neutralität von Argos berichtet.
R. Meiggs and D. Lewis, A Selection of Greek Historical Inscriptions, 1969, no. 27

Das Emblem neben dem Namen
Zeitgenössisch belegtDas Emblem von Argos ist im Spiel ein Wolf, für Apollon Lykeios, den Wolfsgott des großen Tempels der Stadt, wie auf argivischen Münzen von etwa 490 v. Chr. mit einem großen Buchstaben A. Argos hielt sich aus dem Krieg von 480 v. Chr. heraus.
Pausanias 2.19.3-4; Head, Historia Numorum, Argolis
Quellen
- Herodotus 7.148-152
- Herodotus 6.76-83
- Herodotus 9.12-13
- R. Meiggs and D. Lewis, A Selection of Greek Historical Inscriptions, 1969
- R. A. Tomlinson, Argos and the Argolid, 1972
- P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002