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Die Ionier

Die Ionier

Griechische Städte an der ägäischen Küste Kleinasiens unter persischer Herrschaft, von den 540er Jahren bis 479 v. Chr.

Im Spiel: Level 6: Die Schiffbrücke, Level 7: Sardes brennt, Level 8: Die Bucht von Marathon

Die Ionier bewohnten griechischsprachige Städte an der Westküste Kleinasiens und auf den vorgelagerten Inseln, seit den 540er-Jahren unter persischer Herrschaft. Sie zahlten Tribut, brachen Stein für Dareios und bauten und bemannten Schiffe für den König. Ihr Aufstand von 499 bis 494 zog Athen und Eretria in einen Streit hinein, der zu Marathon und zum Feldzug des Xerxes führte.

Im Spiel: Das Spiel zeigt die Ionier als Handelspartner, Aufgebote und Schiffbauer, als Hopliten beim Aufstand in Sardes und als Geschwader zur See. Diese Rollen entsprechen den Quellen, doch das Spiel behandelt ein Dutzend eigenständiger, oft rivalisierender Städte als ein einziges Volk.

Die Ionier: Zwölf Städte an der asiatischen Küste

Zwölf Städte an der asiatischen Küste

Herodot nennt zwölf ionische Städte: Milet, Myus, Priene, Ephesos, Kolophon, Lebedos, Teos, Klazomenai, Phokaia und Erythrai auf dem Festland sowie die Inseln Samos und Chios. Sie teilten ein gemeinsames Heiligtum, das Panionion auf der Mykale. Kroisos von Lydien hatte sie tributpflichtig gemacht, und nachdem Kyros Sardes eingenommen hatte, unterwarf sein Feldherr Harpagos sie Stadt um Stadt, während viele Phokaier und Teier lieber davonsegelten, als sich zu fügen.

Herodotus 1.26-27; Herodotus 1.142-148; Herodotus 1.162-169

Die Ionier: Yauna in den persischen Quellen

Yauna in den persischen Quellen

Zeitgenössisch belegt

In der Behistun-Inschrift zählt Dareios Yauna zu den Ländern, die ihm zufielen. Seine Gründungsurkunde von Susa berichtet, dass Ionier und Sardier den Stein behauten und dass Karer und Ionier Zedernholz von Babylon nach Susa brachten. Die Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis verzeichnen Rationen für Arbeiter, die Yauna genannt werden. Im persischen und sonstigen östlichen Sprachgebrauch wurde Yauna zur allgemeinen Bezeichnung für die Griechen.

DB §6; DSf; Persepolis Fortification tablets

Die Ionier: Der Aufstand, 499 bis 494

Der Aufstand, 499 bis 494

Herodot erzählt, wie Aristagoras von Milet mit einem Angriff auf Naxos scheiterte und daraufhin die Städte dazu brachte, ihre Tyrannen zu stürzen und sich gegen Persien zu erheben. 498 brannten die Ionier mit athenischer und eretrischer Hilfe die Unterstadt von Sardes nieder, die Zitadelle aber nahmen sie nicht ein. Die Rebellenflotte wurde 494 vor Lade zerschlagen, nachdem die meisten samischen Schiffe abgefallen waren, und Milet fiel. Herodot nennt 353 ionische Schiffe gegen 600 persische; die zweite Zahl ist wohl übertrieben.

Herodotus 5.30-38; Herodotus 5.99-102; Herodotus 6.6-21

Die Ionier: Wieder Untertanen, 493 bis 479

Wieder Untertanen, 493 bis 479

Herodot berichtet, Artaphernes habe die Städte gezwungen, ihre Streitigkeiten durch Schiedsspruch beizulegen, und ihr Land vermessen lassen, um den Tribut festzusetzen. Er fügt hinzu, Mardonios habe 492 die Tyrannen durch Demokratien ersetzt. Die Ionier stellten Xerxes 480 hundert Schiffe, und mehrere ionische Kapitäne kämpften bei Salamis hart. Bei Mykale wandten sich 479 die Samier und Milesier gegen die Perser, und danach wurden die Inselstaaten in das griechische Bündnis aufgenommen.

Herodotus 6.42-43; Herodotus 7.94; Herodotus 8.85; Herodotus 9.103-106

Die Ionier: Warum sich die Städte erhoben

Warum sich die Städte erhoben

Umstritten

Herodot erklärt den Aufstand vor allem mit den persönlichen Ambitionen des Aristagoras und des Histiaios, und über die Disziplin der Ionier äußert er sich oft verächtlich. Moderne Historiker messen dem Groll gegen die von Persien gestützten Tyrannen, der Last des Tributs und den Veränderungen im Handel größeres Gewicht bei. Sie streiten auch darüber, wie geeint die Aufständischen waren, denn Herodot selbst beschreibt Städte, die allein handelten, und Samier, die bei Lade die Reihen verließen.

O. Murray, 'The Ionian Revolt', Cambridge Ancient History IV, 1988; P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002

Die Ionier: Das Emblem neben dem Namen

Das Emblem neben dem Namen

Zeitgenössisch belegt

Die ionischen Griechen tragen den Löwen der Münzen Milets, der führenden Stadt des Aufstands, mit einem griechischen Mäander am Saum. Die Städte hatten keine gemeinsame Flagge; der Löwe ist das Münzbild einer Stadt, das für alle steht.

Head, Historia Numorum, Ionia

Quellen

  • Herodotus, Histories, books 1 and 5 to 9
  • Behistun inscription (DB)
  • Darius's Susa foundation charter (DSf)
  • P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
  • O. Murray, 'The Ionian Revolt', Cambridge Ancient History IV, 1988
  • A. Kuhrt, The Persian Empire: A Corpus of Sources, 2007