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Kissischer Speerträger

Kissischer Speerträger

Fußvolk aus Susa und seiner Ebene im Heer des Xerxes, 480 v. Chr.

Im Spiel: Level 10: Die Heißen Tore

Die Kissier waren für griechische Autoren das Volk des Landes um Susa, das die persischen Inschriften Elam nennen. Herodot berichtet, sie seien 480 v. Chr. mit Xerxes gezogen, bis auf ihre Kopfbedeckung wie Perser bewaffnet. Er berichtet auch, sie hätten zu den ersten Truppen gehört, die bei den Thermopylen gegen die Griechen geschickt wurden. Ihre Heimat lag im Herzen des Reiches, nahe einer der wichtigsten Residenzen des Königs.

Im Spiel: Im Spiel sind die Kissier billigere, schneller ausgehobene Speerträger, leichter als die Perser. Laut Herodot waren sie bis auf die Mitra wie die Perser bewaffnet, Bögen eingeschlossen; dies ist also eine Vereinfachung des Spiels.

Kissischer Speerträger: Wer die Kissier waren

Wer die Kissier waren

Umstritten

Der Name Kissier ist griechisch. Herodot nennt das Land um Susa Kissia und zählt es als einen Steuerbezirk; Aischylos spricht von kissischen Frauen, die Xerxes' Niederlage beklagen. Die persischen Inschriften verwenden den Namen nie und sprechen nur von Elam. Die meisten Historiker verstehen unter den Kissiern die Bewohner der Ebene von Susa, im weiteren Sinne also Elamer; ob der Begriff jedoch alle Elamer oder nur die des Tieflands umfasste, ist bis heute umstritten.

Herodotus 5.49, 3.91; Aeschylus, Persians; Strabo, Geography 15.3.2

Kissischer Speerträger: Waffen und Tracht bei Herodot

Waffen und Tracht bei Herodot

In seiner Liste des Heeres des Xerxes berichtet Herodot, die Kissier seien wie die Perser ausgerüstet gewesen, hätten aber statt der persischen Filzkappe die Mitra getragen, eine Kopfbinde aus Stoff. Das persische Fußvolk trug ihm zufolge Schuppenpanzer und führte Schilde aus Flechtwerk, kurze Speere, große Bogen mit Rohrpfeilen sowie Dolche. Ihr Befehlshaber war Anaphes, Sohn des Otanes. Der kissische Fußkämpfer war daher wohl ebenso Bogenschütze wie Speerträger.

Herodotus 7.61-62

Kissischer Speerträger: Als Erste in den Pass bei den Thermopylen

Als Erste in den Pass bei den Thermopylen

Herodot berichtet, dass Xerxes im Jahr 480 v. Chr., erzürnt darüber, dass die Griechen den Pass hielten, zuerst die Meder und Kissier schickte, mit dem Befehl, sie lebend zu fangen. Sie kämpften den ganzen Tag und erlitten schwere Verluste, ohne die griechische Linie zu durchbrechen, worauf der König Hydarnes und die Unsterblichen vorschickte. Herodot nutzt die Episode, um zu zeigen, dass der König zwar viele Männer, aber nur wenige echte Krieger hatte – ein griechisches Urteil, geprägt vom Ausgang der Schlacht.

Herodotus 7.210-211

Kissischer Speerträger: Elam in den persischen Quellen

Elam in den persischen Quellen

Zeitgenössisch belegt

In Behistun führt Dareios Elam unter seinen Ländern auf und berichtet, dass es sich dreimal gegen ihn erhob, unter Assina, Martiya und später Athamaita. Unter den beschrifteten Thronträgern am Grab des Dareios in Naqsch-e Rostam erscheint ein Elamer. Die Täfelchen aus dem Befestigungsarchiv von Persepolis sind größtenteils elamisch abgefasst, was zeigt, wie stark die elamische Schreiberpraxis die persische Verwaltung prägte.

DB §6, §16, §22, §71; DNe; Persepolis Fortification tablets

Kissischer Speerträger: Die Bogenschützen der Ziegel von Susa

Die Bogenschützen der Ziegel von Susa

Umstritten

Glasurziegeltafeln aus dem Palast des Dareios in Susa zeigen Reihen von Wachen in Gewändern, die Speere halten und Bogen und Köcher auf den Schultern tragen. Sie werden oft mit der Garde des Königs in Verbindung gebracht, tragen jedoch keine Beschriftung. Ob sie Perser, Elamer aus Susa oder eine idealisierte königliche Garde darstellen, ist umstritten; als Abbild kissischer Soldaten können sie daher nicht gelten.

P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002; D. T. Potts, The Archaeology of Elam, 1999

Quellen

  • Herodotus 7.61-62, 7.210-211, 3.91, 5.49
  • Darius, Behistun inscription (DB)
  • P. Briant, From Cyrus to Alexander, 2002
  • D. T. Potts, The Archaeology of Elam, 1999
  • W. Henkelman, The Other Gods Who Are, 2008
  • Aeschylus, Persians